Gesunder Boden, gesunde Pflanze

| Autor: Marian | Kategorie: Frühling  Sommer  Herbst  Winter 

Oft wird die wichtigste Zutat für einen gelungenen Gemüse-, Zierpflanzen- oder Rosengarten außer Acht gelassen, nicht zuletzt, weil wir ihn als selbstverständlich annehmen: Der richtige Boden. Dieser ist jedoch weder eine Selbstverständlichkeit, noch eine gleichförmige Masse und sollte auch nicht für alle Kulturen die gleiche Zusammensetzung haben – kurzum, der Boden muss für die jeweiligen Ansprüche der Pflanzen die richtigen Nährstoffe enthalten. Um gesund und fit zu bleiben ist es für uns Menschen maßgebend, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. Ebenso muss sich eine Pflanze „ernähren“: Neben Sonnenlicht, das im Blattgrün zur Herstellung von Zucker benötigt wird, ist eine ausgewogene Nährstoffversorgung aus dem Boden die entscheidendste Voraussetzung für Gesundheit und Pflanzenwachstum.

Für die Frage, wie die Bodenqualität im Hausgarten verbessert werden kann, wird zunächst einmal eine Bestandsanalyse mit Bodenproben fällig. Nur mit dieser Maßnahme ist gewährleistet, dass dem Boden (und damit der Pflanze) die Stoffe zugeführt werden, die tatsächlich benötigt werden. Diese Möglichkeit steht dem Hobbygärtner heute auch zur Verfügung, zum Beispiel in guten Gartencentern. Weiterhin sind Adressen von Instituten, die Bodenuntersuchungen durchführen, bei den zuständigen Landwirtschaftsämtern oder im Internet zu erfahren. Neben den richtigen Ansprechpartnern sind hier auch Tipps zur Durchführung einer Bodenprobe zu finden. Ein günstiger Zeitpunkt ist im Frühjahr, bevor der Boden bearbeitet wird. Auch sollte die Untersuchung alle 3-5 Jahre wiederholt werden, um immer auf dem aktuellen Stand zu sein.

Gutes Zeichen für Ihre Bodenqualität: Regenwürmer / Bildnachweis: shutterstock.com/Nikolay Antonov

Auf den ersten Blick sichtbar: Bodenart und -bewohner
Erste Rückschlüsse über die Bodenbeschaffenheit lassen sich ganz einfach ableiten – nimmt man eine Handvoll Erde aus dem eigenen Garten, betrachtet sie und dreht sie zwischen den Fingern, lässt sich schon einiges erkennen. Ist der Boden schwer und klebrig, hat er hohe Lehmanteile, ist er eher leicht und bröselig, hat er höhere Sandanteile. Wie fühlt sich die Erde an, wenn man sie zerreibt – ist sie grob- oder feinkörnig, sind Steinchen dazwischen? Ist der Boden dicht, klebrig und stark bemoost, oder kann er gut atmen und ist locker? Auf diese Weise ergeben sich Typenbezeichnungen wie „lehmiger Tonboden“ und „schluffiger Sandboden“. Aber auch die individuelle Situation spielt eine wesentliche Rolle - wurde etwa in unmittelbarer Nähe des Gartens ein Haus auf dem Grundstück gebaut und waren schwere Maschinen beteiligt, so ist der Boden eventuell verdichtet und schlecht durchlässig. Auch, wenn Tiere beim Einstich aus der Erde kommen, z.B. Regenwürmer, Asseln und Engerlinge, ist das ein gutes Zeichen. Denn belebte Erde ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für einen fruchtbaren, speicherfähigen Boden. Doch unter den zahlreichen Bodenlebewesen machen die sichtbaren Würmer, Insekten und Milben nur einen Bruchteil aus. Auch hier liegt die Qualität des Bodens im Kleinen verborgen – eine gesunde Bodenfauna verhindert den großflächigen Ausbruch von fäulniserregenden Bakterien, Schimmelpilzen und anderen Schadorganismen.

Auf den zweiten Blick: Die chemische Analyse
Die Hauptnährstoffe der Pflanzen sind Stickstoff (N), Phosphor (P), Kalium (K), Kalzium (Ca) und Magnesium (Mg). Ebenfalls wichtig für die Pflanzenernährung sind die Spurennährstoffe Eisen (Fe), Mangan (Mn), Kupfer (Cu), Zink (Zn), Bor (Bo), Molybdän (Mb) und Schwefel (S). Ein weiterer zentraler Wert, der bei der Bodenuntersuchung gemessen wird, ist der sogenannte pH-Wert. Er gibt  an, wie sauer – oder basisch – der Gartenboden ist. Das ist unter Umständen wichtig bei der Auswahl der für den Standort passenden Pflanzen und Düngemittel. All die oben genannten Nährstoffe sind von Natur aus im Boden vorhanden, allerdings je nach Bodenart und -entstehung in sehr unterschiedlichen Mengen. Die Pflanzen entziehen dem Boden beim Wachstum einen Teil der Nährstoffe. Dieser Anteil und eventuell in zu geringen Mengen vorhandene Nährstoffe sollten dem Boden durch Düngung zugeführt werden – aber eben nur diese Mengen. Somit schließt sich der Kreis zur Bedeutung der Bodenprobe, da nur auf deren Grundlage eine bedarfsgerechte Düngung möglich ist. Es sollte auf keinen Fall zu viel Dünger ausgebracht werden, denn dies hat negative Folgen: Zu viele Nährstoffe können Pflanzen schädigen, werden aus dem Boden ausgewaschen und sind eine unnötige Investition, da gerade mineralische Düngemittel kostspielig sind.

Oft hängt es von der Region ab, wie der Boden im eigenen Garten beschaffen ist, welches Verhältnis von Sand, Lehm und Schluff vorherrscht und wie tief die Humusauflage ist.

Maßnahmen zur Bodenverbesserung
Die Bandbreite an möglichen Pflanzennahrungsmitteln für den eigenen Garten ist sehr groß, weshalb wir an dieser Stelle einen ersten Überblick liefern möchten.

  • Generell kann Pflanzennahrung organischer oder mineralischer Herkunft (sog. Kunstdünger) sein. Organische Düngemittel sind in jedem Fall zu empfehlen, da diese dem Boden nicht nur Nährstoffe zuführen sondern auch das Bodenleben fördern.
  • Kompost ist das Gold des Gärtners, da er die Bodenstruktur und den Humusgehalt stark verbessert.
  • Bei sandigem Boden empfiehlt sich die Zugabe von Gesteinsmehl, da sich zusammen mit Humus Tonmineralkomplexe bilden.
  • Alternativ zu tierischem Mist kann auch z.B. Brennnesseljauche selbst angesetzt und eingebracht werden.
  • Beim Mulchen, also dem Auftragen von frischer Pflanzenmasse auf den Boden, kann Grünschnitt, Stroh, Kompost oder ein Gemisch daraus verwendet werden. Mit Mulch werden die unteren Bodenschichten vor Austrocknung geschützt, darüber hinaus gibt er kontinuierlich Nährstoffe an den Boden ab.
  • Gründüngung, das Bepflanzen offener Fläche mit Bodendeckern (z.B. Phacelia), schützt den Boden vor Austrocknung und Verunkrautung. Der Bewuchs kann im Anschluss abgetragen und wieder als Mulch aufgebracht werden.
  • Insbesondere bei verarmten Böden kann mit Effektiven Mikroorganismen (EM) oder mit einem Bodenaktivator gearbeitet werden, mit dem man nützliche Kleinstlebewesen und andere wertvolle Komponenten in den Boden einbringt. Die Bedeutung dieser Mikroorganismen lässt sich am ehesten mit den Bakterien unserer Darmflora vergleichen: Ob wir gesunde Erde im Garten haben, hängt wie schon erwähnt auch maßgeblich von ihren Bewohnern ab.

Wir hoffen, Sie mit einigen Tipps für Ihr eigenes Fleckchen Erde versorgt zu haben und wünschen eine reichliche Ernte!

Schlagwörter: Boden, Gartenboden, Regenwurm, Kompost

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