Obsternte auf Balkon und Terrasse: Beerentraum auf kleinstem Raum

| Autor: Andrea | Kategorie: Frühling  Sommer 

Gemüse für Balkon und Terrasse haben wir Ihnen in unserem Blog bereits vorgestellt. In diesem Beitrag widmen wir uns der Kultur von süßen Beerenfrüchten und geben Tipps, wie der Anbau gelingt. 

Erdbeeren
Besonders Erdbeeren eignen sich für einen kleinen Balkon, vorausgesetzt die Lage ist sonnig bis halbschattig und nicht zu heiß. Am besten verwendet man sogenannte Monatserdbeeren, die von Juni bis Oktober eine kleine, dafür stetige Ernte liefern und deshalb als mehrmals tragend bezeichnet werden.  Mehrmals tragende Sorten sind beispielsweise 'Himmi Meraldo', 'Hummi Merosa', 'Ostara' oder 'Mara de Bois'. Auf Beeten hingegen werden häufig einmaltragende Erdbeersorten wie 'Hummi Praline', 'Korona' oder 'Polka' bevorzugt, die innerhalb weniger Wochen reifen und abgeerntet werden können. Hängeerdbeeren bilden verstärkt Ausläufer, an denen sich ebenfalls Blüten und Früchte bilden. Sie machen sich sehr gut in einer Hängeampel oder überhängend im Balkonkasten. Im Sortiment sind darüber hinaus aromatische Walderdbeersorten, Sorten mit rosa oder roten Blüten oder weißen Früchten zu finden.

Eine Besonderheit sind Klettererdbeeren, die an einem Spalier hochgebunden werden und damit die Vertikale erobern. Das Substrat für Erdbeeren sollte humos, leicht sauer und nur wenig gedüngt sein. Es eignet sich spezielles Obst- und Beerensubstrat, aber auch ein Stauden- oder Kräutersubstrat. In einen 100 cm langen Balkonkasten können vier Pflänzchen gepflanzt werden. Alternativ kann eine einzelne Pflanze in einen Topf mit etwa 20 cm Durchmesser gesetzt werden. Im Gegensatz zur Beetkultur, bei der die Pflanzzeit neuer einmaltragender Erdbeerpflanzen von Mitte Juli bis Mitte August stattfindet und die Blütenanlagen im Herbst angelegt werden, können mehrmals tragende Erdbeeren im Frühjahr in Töpfen erworben werden. Sie blühen und fruchten noch im selben Jahr.

Hier wachsen einem die Erdbeeren vom Topf direkt in den Mund!

Johannis- und Stachelbeeren
Neben Erdbeeren eignen sich auch Johannis- oder Stachelbeeren für die Kultur auf Balkon und Terrasse. Sehr dekorativ wirken Hochstämmchen, die mit kleinen Sommerblumen unterpflanzt sind. Allerdings sollten die Gefäße dann einen Durchmesser von mindestens 35 cm aufweisen. Achten Sie bei der Sortenwahl auf robuste und wenig krankheitsanfällige Sorten wie 'Rovada' (rote), 'Titania' (schwarze) oder 'Zitavia' (weiße Johannisbeere) und 'Invicta' (Stachelbeere).

Johannisbeeren können frisch verzehrt oder für einen Kuchen verwendet werden

Heidelbeeren
Kulturheidelbeeren benötigen ein saures Substrat und gedeihen schlecht auf kalkhaltigen Böden. Für die Gefäßkultur verwendet man deshalb saure Rhododendronerde und Kübel von mindestens 30 cm Durchmesser. Es eignen sich kompakt wachsende Blaubeer-Sorten wie z.B. 'Lowberry Little Blue Wonder' oder  'BrazelBerries' und ein sonniger Platz auf der Terrasse. Zur besseren Befruchtung sollten mindestens zwei verschiedenen Sorten gekauft werden.

Blaubeeren sind kleine Vitaminbomben, schmecken frisch vom Strauch gepflückt und bereichern unseren Speiseplan

Himbeeren und Brombeeren
Im Himbeer- und Brombeersortiment finden sich mittlerweile auch wohlschmeckende Sorten, die entweder kompakt wachsen oder säulenförmig gezogen werden können und teilweise auch dornenlos sind. Für die Kübelkultur eignen sich Zwerghimbeeren wie 'Ruby Beauty' und 'Lowberry Little Sweet Sister', Zwergbrombeeren wie 'Black Cascade' und 'Lowberry Little Black Prince' und die dornenlose 'Navaho'. Die Töpfe sollten entsprechend dem Wuchsverhalten gewählt werden.

Im Himbeersortiment gibt es kleinwüchsige Sorten, die sich für eine Topfkultur eignen

Mini-Kiwi (Actinidia arguta)
Wer ausreichend Platz auf der Terrasse für einen Pflanztrog hat, kann es mit der kletternden Mini-Kiwi versuchen. Die starkwüchsige, bis zu 3 m große und winterharte Kletterpflanze benötigt ein Spalier, das gleichzeitig vor unerwünschten Blicken schützen kann. Die Erde sollte leicht sauer und der Standort windgeschützt und sonnig bis halbschattig sein. Zur Befruchtung wird neben der fruchttragenden weiblichen Pflanze (z.B. 'Ken‘s Red') eine männliche Pflanze ('Nostino') benötigt. Auch selbstfruchtbare Sorten wie 'Issai' oder 'Jenny' fruchten meist reicher mit einer männlichen Pflanze in der Nähe. Regelmäßige Wassergaben mit möglichst kalkarmem Wasser sind nötig, um ab etwa Mitte Oktober die glattschaligen, etwa 3 cm großen Früchte ernten zu können. Mit einer reichen Ernte ist etwa ab dem 3. Kulturjahr zu rechnen.

Mini-Kiwis lassen sich frisch mit Schale verzehren oder zu Marmelade verarbeiten. Bildnachweis: shutterstock.com/Justyna Troc

Pflege und Überwinterung
Bereits beim Kauf der Pflanzen sollte auf robuste / resistente und wenig krankheitsanfällige Sorten geachtet werden. Da das Wurzelvolumen in den Gefäßen beschränkt ist, muss ganzjährig auf eine ausreichende Wasserversorgung geachtet werden. Auch im Winter, in frostfreien Perioden sollte der Wurzelballen der Pflanze nicht austrocknen. Gedüngt wird im Frühjahr mit einem Obst- bzw. Gemüsedünger. Dieser ist als Langzeitdünger erhältlich und muss oberflächlich in die Erde eingeharkt werden. Die Wirkungsdauer und Anwendungshäufigkeit ist der Anleitung zu entnehmen. Alternativ kann ein flüssiger Dünger verwendet werden, der jedoch sehr regelmäßige Düngeintervalle von März bis Mitte August erfordert. Zur Überwinterung werden die Gefäße möglichst nah an die Hauswand gerückt und auf kleine Füßchen gestellt, damit ein guter Wasserablauf gewährleistet ist und die Gefäße nicht am Boden festfrieren. Der Wurzelbereich der Pflanzen kann mit Noppenfolie umwickelt werden, allerdings so, dass die Pflanze immer noch gegossen werden kann. Die oberirdischen Pflanzenteile können bei Minustemperaturen mit einem Wintervlies geschützt werden.

Schlagwörter: Obst, Beeren, Sommerfrüchte, Balkonkultur, Kübelobst 

 

Kommentare

Kommentar von Hyyperlic |

All diese Pflanzen gibt es auch auf der Mainau?