Der Zürgelbaum - Exot in Zeiten des Klimawandels

| Autor: Markus Zeiler | Kategorie: Frühling  Sommer  Herbst  Winter 

Hitze, Trockenheit, starker Frost, Starkregen und Schädlingsbefall - Die für uns typischen Stadtbäume wie Kastanien, Ulmen, Linden & Co. leiden unter dem Klimawandel. Heute, am 20. September 2019, rufen die Schülerinnen und Schüler, die im Rahmen von Fridays for Future für den Klimaschutz demonstrieren, zu einer globalen Aktion auf. Unter dem Motto #AllefürsKlima wird generationsübergreifend gestreikt. Wir, die Insel Mainau, beteiligen uns auch an diesem wichtigen Tag und informieren unsere Gäste vor Ort über klima-, insektenfreundliches und naturnahes Gärtnern, luftreinigende Pflanzen, und wir stellen Ihnen den Zürgelbaum vor.

Der Zürgelbaum (Celtis australis) ist bereits in südeuropäischen Städten einer der wichtigsten Straßenbaumarten. Auf der Insel Mainau wächst ein Exemplar unterhalb des Dachgartens.

Perspektive: Zukunftsbaum
Bäume, die zukünftig neu in Städten, Gemeinden und Parke gepflanzt werden, müssen eines sein: Tolerant gegenüber den sich veränderten Klima-Bedingungen! Wenn es mal wieder mehrere Wochen und Monate nicht regnet, so wie es im Sommer 2018 der Fall war, müssen sogenannte „Klimabäume“ damit klar kommen und sich als widerstandsfähige Alternative bewähren.

Krankheiten, Schädlingsbefall und die Auswirkungen des Klimawandels beeinträchtigen die Vitalität unserer typischen Stadtbäume, sodass eine Erweiterung vor allem auf osteuropäische, nordamerikanische und asiatische Arten unumgänglich ist. In Untersuchungen wird derzeit versucht Bäume zu definieren, die das Potential zum „Klimabaum“ haben und als Stadtbäume verwendet werden können. Einer von ihnen ist der Zürgelbaum, ein unscheinbarer Exot im Groß- und Kleinstadtdschungel, der neben dem Amberbaum (Liquidambar styraciflua) als klimatolerante Alternative gehandelt wird, denn neue Bäume brauchen wir!

Herkunft
Der Zürgelbaum (Celtis australis) gehört zu den Ulmengewächsen (Ulmaceae). In unseren Breiten kommt er als sommergrüne Art vor, immergrün ist er in tropischen Gegenden. Ursprünglich stammt er aus dem Mittelmeerraum. Wegen seiner Blätter, die optisch an Brennnesseln erinnern, trägt der Baum auch den Trivialnamen Nesselbaum. Mit seinen 15 bis 20 m hohem Wuchs gehört er als kühlender Schattenspender zum typischen Stadtbild in südeuropäischen Städten. Wird dies auch bei uns bald so sein?

Robuster und widerstandsfähiger Straßenbaum
Gegenüber anderen Gehölzen besitzt der Zürgelbaum eine ausgeprägte Hitze- und Trockenheitstoleranz. Er wächst auf anspruchslosem, steinigem und nährstoffarmen Boden. Seine
Rinde ist Silbergau, seine ausladende Baumkrone ist prädestiniert als urbaner Schattenspender. Im Herbst beeindruckt er mit einer goldgelben Laubfärbung.

Nahrhafte Früchte
Im Herbst trägt der Zürgelbaum erbsengroße Steinfrüchte. Die Früchte sind essbar und schmecken süßlich. In Südtirol werden diese als Zutat beim Backen verwendet.

Schlagwörter: Zürgelbaum, Nesselbaum, Stadtbaum, Celtis

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