Die Distel - Staude des Jahres 2019
| Autor: Verena | Kategorie: Frühling Sommer Herbst Winter
Bei der diesjährigen Staude des Jahres sind sich die Experten einig! Es handelt sich um einen stattlichen Gartenfreund, der nicht nur Pflanzenliebhaber, sondern auch die Insektenwelt erfreut. Anmutige Schönheiten, die bizarr aus dem Blumenbeet hervorstechen, tragen würdevoll ihr prächtiges blau-silbernes Blütenkleid. Aber Vorsicht, die Distel besticht nicht nur mit ihrer Schönheit, sondern kleidet sich tatsächlich mit kleinen stechenden Dornen.
Ihr stacheliges Äußeres ist ein außergewöhnliches Blütenbild, mit dem sie als trendige Hitzepflanze in jeden Sommergarten passt.

Dekorative Kleider
Die Distelfamilie präsentiert sich sehr vielseitig im Staudenbeet. Die Gattung der Mannstreu (Eryngium) überzeugt zum Beispiel mit einer zylinderförmigen Blütendolde, die von einer gezackten Manschette gesäumt ist. Im Gegensatz dazu ist die Kugeldistel (Echinops) als blau-runder Blütenball eindeutig erkennbar. Übrigens: Der Name der Gattung Echinops leitet sich aus dem Griechischen echinus für "Igel" und opsis für "ähnlich" ab und bedeutet übersetzt „an einen zusammengerollten Igel erinnernd“.
Bekannte Sorten, die sich vor allem in ihrer Wuchshöhe und Blüte unterscheiden, sind:
- Stengel-Silberdistel (Carlina acaulis): 30-40 cm
- Kugeldistel (Echinops sphaerocephalus, z.B.:‘Arctic Glow‘): 80-100 cm
- Mannstreu (Eryngium planum): 80 cm
- Mannstreu (Eryngium giganteum): 40-80 cm.

Der richtige Standort
Edeldisteln lieben Sonne und Wärme. Wenn der Boden dann noch tiefgründig und durchlässig ist, fühlt sie sich so wohl, so dass sie auch mal längere Trockenphasen verzeiht. Regelmäßiges Gießen im Frühjahr hingegen belohnt die Staude mit stetigem Wachstum. Was die Distel gar nicht mag sind Staunässe, Schatten, Wind oder auch saure Böden. Den Winter überdauert sie gerne im Schutz einer Reisigdecke, um starken Witterungsschwankungen zu entkommen.
Bezaubernd vielseitige Kombinationen
Einen wunderschönen harmonischen Kontrast bietet die Kombination von Disteln mit filigranen Gräsern wie Federgras (Stipa tenuissima), Indianergras (Sorghastrum nutans) oder dem Reitgras (Calamagrostis).

Wie vielseitig sich die Distel in jeden Staudengarten integrieren lässt, beschreibt der Bund deutscher Stauden durch die Komposition mit Korbblütlern wie dem Sonnenhut (Rudbeckia) und der Sonnenbraut (Helenium), mit Blütenstauden wie der Prachtkerze (Gaura) oder der Blauraute (Perovskia), genauso wie mit Blütenkerzen wie Fingerhut (Digitalis) und Königskerze (Verbascum) oder auch mit doldenförmigen Blütenständen wie sie bei der Schafgarbe (Anchillea) und der Wolfsmilch (Euphorbia) vorkommen.

Auch in der Vase schenkt die Staude extravagante Freude. Eingebracht in einen Trockenstrauß oder in einen Trockenkranz, ist die Distel durch ihre langlebige Schönheit eine besondere Zugabe. Hierfür sollten Kugel-, Gold- und Silberdisteln mit dem Öffnen der ersten Röhrenblüten geschnitten werden, Mannstreu dagegen sollte in voller Blüte stehen.

Emsiges Geflirr und Gezwitscher
Im Sommer produzieren Disteln viel Nektar und Pollen, die damit zahlreiche Bienen, Schmetterlinge, Hummeln, Schwebfliegen und andere Insekten anlocken. Die Blätter der Staude sind außerdem für einige Schmetterlingsraupen ein wichtiger Nahrungslieferant.
Auch Vögel und kleine Säugetiere erfreuen sich an den nahrhaften Samen, die sie aus ihren Hüllen ernten. Somit beeindruckt die Distel nicht nur durch ihre einzigartige Schönheit, sondern hat auch viele tierische Freunde, die ihr Nahrungsangebot dankend annehmen.

Tipp vom Mainau-Gärtner
Erfreuen Sie sich auch noch im Herbst und im Winter an der Distel. Der Anblick, wenn sich Reif, Schnee oder Eis um ihr Kleid legen, lohnt sich auf jeden Fall. Schneiden Sie die Distel dann erst im folgenden Frühjahr bodennah zurück.
Weitere Informationen:
Staude des Jahres 2019
Taglilie - Staude des Jahres 2018
Bergenie – Staude des Jahres 2017
Iris – Staude des Jahres 2016
Bund deutscher Staudengärtner
Schlagwörter: Edeldisteln, Distel, Echinops, Eryngium, Staudengarten, Floristik, trockene Stauden
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