Frühjahrskur für den Rasen

| Autor: Andrea | Kategorie: Frühling 

Nach dem Winter wirkt der Rasen im Garten oft sehr mitgenommen, die Grashalme sind gelblich, Moos und Lücken sind deutlich sichtbar. Jetzt im März/April, wenn die Temperaturen ansteigen und der Rasen wieder zu wachsen beginnt, ist der richtige Zeitpunkt, ihn einer Frühjahrskur zu unterziehen.

Gute Standortbedingungen – Schöner Rasen
Der Standort bzw. die Bodenbeschaffenheit ist der entscheidende Faktor für die Entwicklung eines schönen, grünen Zierrasens. Es sollte im Idealfall ein sandiger Lehmboden sein, der ausreichend wasserdurchlässig ist und keine Verdichtungen aufweist, die zu Staunässe führen. Bei schlechter Bodenqualität ist eine Verbesserung mit Sand und gutem Oberboden oder reifem Kompost notwendig. Die oberste Erdschicht von 10 bis 20 cm bildet den Wurzelraum der Rasengräser und sollte entsprechend vorbereitet und durchmischt sein. Vor der Einsaat und auch bei der Nachsaat hilft eine Saatgut-Beratung vom Fachmann, denn für verschiedene Nutzungsansprüche und Standortverhältnisse gibt es die jeweils passende Rasensaatgut-Mischung. Marken-Saatgut ist zunächst etwas teurer, auf Dauer gesehen – und mit Blick auf die spätere Pflege – aber lohnenswert.

Nach dem Winter benötigt Ihr Rasen besondere Pflege, damit er sich frisch und sattgrün in den kommenden Wochen präsentieren kann.

Pflegeschritte im Frühjahr
Die wichtigsten Faktoren für einen schönen, dichten Rasen sind Wasser, Licht, Luft und Nährstoffe. Die entsprechenden Pflegemaßnahmen sind Gießen, Mähen, Belüften und Düngen.

Rasenfläche säubern
Wenn die Temperaturen im Frühjahr wärmer werden und das Rasenwachstum etwa im März beginnt, kann der Rasen das erste Mal gemäht werden. Sollte das Gras nicht sehr hoch sein, genügt es auch, eventuell vorhanden Laubreste und abgestorbene Grashalme mit einem Rechen von der Fläche zu entfernen.

Der Rasendünger kann in einen Streuwagen eingefüllt und so gleichmäßig auf der Rasenfläche verteilt werden. Bildnachweis: shutterstock.com/welcomia

Erste Düngung
Die erste Düngung erfolgt etwa zum Zeitpunkt der Narzissenblüte. Im Fachhandel gibt es verschiedene Rasendünger, sinnvoll sind stickstoffbetonte Dünger mit Langzeitwirkung, bei denen die Nährstoffe über mehrere Wochen abgegeben werden. Ideal sind organische Dünger, da sie zudem das Bodenleben aktivieren. Halten Sie sich dabei immer an die empfohlenen Düngermengen und -zeiten. Die Ausbringung erfolgt mit einem Handstreuer oder einem Streuwagen, um eine möglichst gleichmäßige Verteilung zu erzielen. Wenn sich für die Düngung nicht gerade eine Regenperiode anbietet, ist es empfehlenswert, den Dünger mit ausreichend Wasser (8 bis 10 l/m2) einzuwässern. So werden die Nährstoffe aufgelöst und stehen den Rasengräsern bald zur Verfügung. Sinnvoll ist es, alle paar Jahre eine Bodenprobe aus dem Rasenbereich im Labor untersuchen zu lassen. Diese gibt Auskunft über Bodenart, Nährstoffgehalt und pH-Wert. Mit der Analyse wird meist auch eine Düngeempfehlung angegeben. Idealerweise liegt der pH-Wert im Rasenboden im Bereich von 5.5 bis 7.5. Sollte er darunter liegen, kann der pH-Wert durch kohlensauren Kalk angehoben werden. Liegt der pH-Wert weit darüber, kann man ihn am besten mit ammoniakhaltigen Stickstoffdüngern, Bittersalz oder Eisensulfat senken. Bis zur ersten Düngung sollte dann aber eine Wartezeit von drei Wochen eingehalten werden und der Nährstoffgehalt evtl. berücksichtigt werden.

Regelmäßiges Mähen
Durch die Nährstoffaufnahme wird der Rasen sichtbar grüner und wächst zügig. Regelmäßiges Mähen ist notwendig, da so Unkraut unterdrückt und die Bildung von Gräserausläufern (Bestockung) gefördert wird. Die ideale Schnitthöhe beim Zierrasen liegt bei 4 cm, in schattigeren Bereichen bei 5 cm. Vor dem Vertikutieren kürzen Sie den Rasen auf 2 cm ein.

Beim Vertikutieren wird der Rasenfilz aus dem Rasen entfernt und muss anschließend zusammengerecht und von der Fläche entfernt werden. Bildnachweis: shutterstock.com/Ingo Bartussek

Vertikutieren
Nach ein paar Jahren und v.a. auf schweren, lehmigen Böden und in schattigen Bereichen kommt es verstärkt zur Bildung von Moos und Rasenfilz. Um diese aus der Fläche zu entfernen, wird etwa zwei Wochen nach der ersten Düngung, wenn der Boden leicht feucht, der Rasen aber trocken ist, ein motorgetriebener Vertikutierer eingesetzt. Man führt das Gerät einmal in der Quer- und einmal in der Längsrichtung der Rasenfläche. Dabei wird die oberste Bodenschicht mit einer Messerwalze 2-3 mm tief eingeritzt und Moos und Filz entfernt. Anschließend wird das Material abgerecht. Dadurch gelangt wieder mehr Sauerstoff an die Rasenwurzeln und die Verzweigung und das Wachstum der Gräser wird angeregt. Auf schweren Böden kann man anschließend zur Vermeidung von Staunässe und besseren Belüftung etwa 3 bis 4 l/m2 groben Sand (Körnung 0-3 mm) über dem Rasen ausstreunen. Bei schweren und verdichteten Böden sowie niedrigen pH-Werten ist die Ausbringung eines Bodenaktivators sinnvoll, da er den Luft- und Wasserhaushalt des Bodens verbessert, das Bodenleben aktiviert und die enthaltenen Tonmineralien für eine bessere Nährstoffausnutzung sorgen.

Lücken im Rasen durch Einsaat schließen
Meist sieht der Rasen nach dem Vertikutieren bemitleidenswert aus. Doch durch die zuvor erfolgte Düngung und bei regelmäßiger Beregnung regenerieren sich die Gräser sehr schnell. Entstandene Lücken, die durch das Vertikutieren, oder die im Laufe des Winters entstanden sind, sollten durch eine Neuaussaat bald geschlossen werden. Im Handel sind mittlerweile Sets erhältlich, die Samen, Keimsubstrat und Dünger enthalten und speziell zum Schließen von Lücken gedacht sind. Für die Aussaat müssen die Temperaturen über 14 °C liegen. Anschließend dürfen das Saatgut bzw. die Keimlinge nicht mehr austrocknen, die Fläche sollte regelmäßig beregnet werden.

Die Bewässerung sollte am besten morgens oder abends stattfinden, wenn die Verdunstung gering ist und das meiste Wasser im Boden versickern kann.

Bewässerung
Die Wassermenge von 8 bis 10 l/m2, wie auch bei der Düngung, ist auch für jeden Beregnungsvorgang im Laufe des Sommers richtig. Wenn natürliche Niederschläge nicht ausreichen und eine Bewässerung nötig ist, dann sollte die Menge so groß sein, dass sie in den Wurzelraum der Gräser (mind. 10 cm tief) vordringt. Mit häufigen, kleinen Wassergaben sickert das Wasser nicht tief genug in den Boden ein und es geht viel Wasser durch Verdunstung verloren. Die Wurzeln der Gräser wachsen dann nah an der Oberfläche und sind noch anfälliger gegenüber Trockenstress.

Mainau-Tipp:
Wer es lieber etwas pflegeleichter und naturnah in seinem Garten wünscht, kann sich statt des Zierrasens für einen Blumenrasen oder eine Blumenwiese entscheiden. Hierüber freuen sich viele Insekten, aber auch das menschliche Auge!

Schlagwörter: Rasenpflege, Mähen, Düngen, Pflegen, Vertikutieren

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