Punica granatum - Der Granatapfel

| Autor: Andrea | Kategorie: Frühling  Sommer  Herbst  Winter 

Der Granatapfel, botanisch Punica granatum, ist bereits seit tausenden von Jahren als Zier- und Nutzpflanze in Kultur. Ursprünglich stammt er aus Vorderasien und Südosteuropa, mit den Römern wurde er im Mittelmeerraum verbreitet, mit den spanischen Eroberern gelangte er auch nach Südamerika. Hierzulande wird meist die Zierform als Kübelpflanze kultiviert, so auch auf der Insel Mainau.

Beschreibung
Am Naturstandort und in klimatisch vergleichbaren Regionen ausgepflanzt, entwickelt sich der Granatapfelbaum (Punica granatum) aus der Familie der Weiderichgewächse (Lythraceae) zu einem Großstrauch oder kleinen Baum mit einer Größe von etwa 3 bis 5 m. Das dichtverzweigte Gehölz hat kleine, länglich-ovale, glänzend grüne Blätter. Sein Laub färbt sich im Herbst goldgelb und fällt dann ab. Die leuchtend orangefarbenen, glockenförmigen Blüten stehen einzeln oder in kleinen Büscheln an Kurztrieben. Bei Granatapfelbäumen unterscheidet man zwischen Nutz- und Ziersorten. Die Nutzsorten blühen erst nach 3 bis 4 Jahren und nur über einen kurzen Zeitraum im Jahr. Sie setzen dafür aber Früchte an, die im Herbst geerntet werden und anschließend auch mehrere Monate gelagert werden können. Sorten wie 'Wonderful' werden u.a. in den USA zu Grenadine-Sirup verarbeitet und 'Dente di Cavallo' weltweit für den Frischverzehr angebaut. Die 5 bis 12 cm großen Früchte sind erst grün, zum Erntezeitpunkt dann je nach Sorte rötlich-orange. Auffällig sind die verbliebenen Blütenkelchblätter am unteren Ende der Frucht.

Die Früchte des Granatapfels (Punica granatum) fallen durch die verbliebenen Blütenkelchblätter am unteren Ende der Frucht auf

Im Inneren der Frucht finden sich zahlreiche Kerne, die von einem roten, saftigen Fruchtfleisch umhüllt sind. Daher auch der Artname „granatum“, der sich vom Lateinischen „Granus“ für Kern ableitet. Das Fruchtfleisch samt Kernen kann verzehrt  oder weiterverarbeitet werden und schmeckt herb-süß.

Das Fruchtfleisch der Granatapfelfrüchte kann frisch verzehrt oder beispielsweise zu Grenadine-Sirup verarbeitet werden.

In unseren klimatisch weniger begünstigten Breiten ist es empfehlenswert, Ziersorten, die uns mit einer langen Blütezeit von Sommer bis in den Herbst hinein erfreuen, als Kübelpflanzen auf die Terrasse oder in den Garten einziehen zu lassen. Erste Granatapfelbäume tauchten bereits Anfang des 16. Jahrhunderts in adligen Orangerien, zusammen mit Zitrusgewächsen auf. Das älteste noch heute existierende Kübelpflanzenexemplar in Deutschland wird seit 1653 in den Herrenhäuser Gärten kultiviert.

Sorten für die Kübelkultur
Bei den Ziersorten werden schwachwüchsige und starkwachsende Sorten unterschieden. Zudem tragen sie im Gegensatz zu den Fruchtsorten kaum bzw. keine Dornen.

  • Ein Vertreter der schwachwüchsigen Sorten ist 'Nana', eine Zwergsorte, besonders wenn sie über Stecklinge vermehrt wurde. Über Aussaat vermehrte Pflanzen werden dem Namen nicht mehr gerecht, denn sie können über einen Meter hoch werden. Aus den orangeroten Blüten entwickeln sich sogar teilweise kleine, 2 cm große Zierfrüchte. Der eher in die Breite wachsende, feintriebige Strauch hat einen Jahreszuwachs von etwa 5 cm in der Höhe und in der Breite.
  • Noch schwächer wächst 'Nana Plena', eine Sorte mit gefüllten Blüten und steiferen, dickeren Trieben.
  • Etwas stärker und eher pyramidal aufrecht wächst die Sorte 'Nana Racemosa', die auch eine sehr lange Blütezeit aufweist. Sie bleibt auch ohne Schnitt in Form und wird etwa einen Meter hoch.
  • Stark wachsende Ziersorten werden über Stecklinge vermehrt, da die Blüten meist stark gefüllt und steril sind. Die Blüte zeigt sich frühestens nach drei Jahren. 'Flore Pleno', auch als 'Rubro Pleno' im Handel, ist so eine gefüllte Ziersorte, ebenso wie 'Legrellei' mit weiß gerandeten, handtellergroßen Blütenblättern.

 

Wenn der Granatapfelbaum blüht, trägt er intensiv leuchtende Blüten in Glockenform, die ca. 5 bis 6 Zentimeter groß werden und auch gefüllt sein können

Standort, Pflege und Überwinterung
Granatapfel-Zierformen sind pflegeleichte Kübelpflanzen, wenn einige Dinge beachtet werden. So wünscht der Granatapfel im Sommer einen sonnigen Standort im Freien. Sie können das Gehölz im März mit einem Langzeitdünger für Kübelpflanzen einmalig düngen oder Sie verwenden von März bis August regelmäßig einen flüssigen Kübelpflanzendünger unter Beachtung der Dosierungsangaben auf der Packung. Für eine regelmäßige und durchdringende Wasserversorgung bedankt sich der Granatapfel mit einem üppigen Wachstum. Kurzfristige Trockenheit wird von dem Gehölz auch toleriert, langanhaltender Trockenstress führt allerdings zu Blattfall. Ebenso wenig verträgt der Granatapfel Staunässe. Deshalb sollte überschüssiges Wasser über Abzugslöcher im Gefäß ablaufen können. Gegen Ende des Sommers werden die Wassermengen der Witterung angepasst. Ein Schnitt ist nach Bedarf vor dem Einräumen möglich, bei den Zwergsorten aber nicht nötig.

Im Herbst wird der Granatapfel so spät wie möglich eingeräumt, denn leichter Frost wird vertragen. Das Überwinterungsquartier sollte kühl bei 1 bis 5 °C sein, es darf dabei auch dunkel sein, da das Gehölz im Herbst seine Blätter verliert. Der Wasserbedarf ist dadurch ebenfalls stark reduziert. Deshalb wird der Wurzelballen nur leicht feucht gehalten, um ein komplettes Austrocknen zu verhindern. Wenn sich der rötliche Austrieb im Frühjahr zeigt, muss die Pflanze spätestens jetzt an einen sehr hellen und möglichst kühlen Standort umziehen.

Der Granatapfel sollte so früh wie möglich, evtl. auch schon im April vor dem Austrieb, an einen geschützten Platz ins Freie ziehen. Das Wachstum wird durch kühle Temperaturen verzögert, bleibt durch die Lichtintensität zudem auch kompakt. Allerdings sollte der Granatapfel bei stärkeren Minustemperaturen dann kurzfristig wieder eingeräumt werden. Zudem ist starke Sonneneinstrahlung zu Beginn des Freilandaufenthalts zu vermeiden, da es dann zu Schäden durch Sonnenbrand kommen kann. Am besten die Pflanze zu Beginn deshalb etwas schattiger stellen.

Nach 2 bis 3 Jahren ist es Zeit, den Granatapfelbaum in frische Erde zu topfen. Am besten geschieht das im zeitigen Frühjahr vor dem Ausräumen unter Verwendung von qualitativ hochwertiger, strukturstabiler Kübelpflanzenerde.

Schädlinge bereiten dem Granatapfel kaum Probleme. Der junge Austrieb wird im Frühjahr teilweise von Blattläusen befallen. Bei einem sehr lufttrockenen Standort kann es zum Auftreten von Spinnmilben kommen.

Noch ein Tipp, wie Sie den Granatapfel problemlos entkernen:
Halbieren oder vierteln Sie den Granatapfel mit einem scharfen Messer. Dann tauchen Sie die Teilstücke in eine mit Wasser gefüllte Schüssel und lösen die Kerne unter Wasser aus der Schale. Die Kerne sinken zu Boden, die weißen Trennhäute schwimmen oben auf der Wasseroberfläche – das Ganze ohne Spritzer. Nachdem die Trennhäute entfernt wurden, kann der restliche Inhalt über ein Sieb abgegossen werden. Zurück bleiben die leckeren Kerne des Granatapfels für die weitere Verarbeitung.  

Schlagwörter: Granatapfel, Weiderichgewächse, Überwinterung, Fruchtschmuck, Obstgarten, Kübelpflanze, Nutzpflanze, Zierpflanze

 

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