Mut zum Mulch

| Autor: Katharina | Kategorie: Frühling  Sommer  Herbst  Winter 

Sie suchen eine Möglichkeit, Ihre Staudenpflanzung pflegeleichter zu gestalten? Mulch macht das möglich. Durch die Abdeckung mit einer Mulchschicht wird die Verdunstung der Oberfläche verringert, es muss also weniger gegossen werden. Außerdem verhindert der Mulch das Sprießen lichtkeimender Samenunkräuter wie etwa dem Ampfer (Rumex spec.), die im Garten häufig unerwünscht sind, es muss also mit Mulch auch weniger gejätet werden.

Mulch schützt den Boden und sorgt dafür, dass der Boden nicht zu schnell austrocknet. Bildnachweis: shutterstock.com/ronstik

Was ist Mulch?

Mulch ist eine Abdeckung der Pflanzfläche, entweder bestehend aus organischem Material (pflanzlichen Reststoffen) oder mineralischen Schüttstoffen (Sand, Kies, Edelsplitt). 
Art, Farbe, Körnung, Schichtdicke und Zeitpunkt der Ausbringung können unterschiedlich sein, haben verschiedene Auswirkungen auf die Wahrnehmung und Gestaltung. So passt mineralischer Mulch optisch gut zu nährstoffarmen Pflanzungen mit mediterranem Charakter. Rindenmulch passt gut zu Schattenpflanzungen unter Gehölzen. Möchte man keine optische Wirkung durch den Mulch erzielen, kann auf Lavagrus zurückgegriffen werden, der vom Erscheinungsbild normalen Gartenboden sehr ähnlich ist.

Mulchschicht aus Staudenhäcksel. Die Mulchschicht zersetzt sich im Laufe des Jahres und wird dadurch und das Wachstum der Stauden optisch weniger wahrnehmbar.

Warum wird gemulcht?

Mulchabdeckungen bieten, neben positiven Einflüssen auf das Erscheinungsbild, weitere Vorteile:


  • Durch die ausgeglichenen Temperatur- und Feuchtigkeitsverhältnisse unter der Abdeckung wird 
 die Nährstoffverfügbarkeit erhöht. Dies sorgt für ein besseres Wachstum der Pflanzen.

  • Durch die Unterbrechung der Bodenkapillaren und den somit entstehenden Verdunstungsschutz 
 muss weniger (teilweise gar nicht mehr) gewässert werden. 

  • Durch Verbesserung der Oberflächenstruktur wird Erosion in Hanglagen verhindert.

  • Die Mulchschicht verhindert Bodenverdichtung und Verschlämmung und kann bedingt auch bei 
 feuchter Witterung betreten werden. Außerdem entfällt die Bodenlockerung.

  • Die Besiedlung der Fläche durch Samenunkräuter wird effektiv verhindert. Dies bedeutet eine 
 Reduktion von Unkraut, vor allem in den sonst so pflegeintensiven ersten ein bis zwei Jahren nach 
 der Pflanzung.
Mineralische Mulchabdeckung (Jurasplitt 8/16) in einer trockenheitsverträglichen Staudenpflanzung.

Wie wird gemulcht?

Schüttgüter (organisch oder mineralisch) werden auf der Pflanzfläche aufgebracht und gleichmäßig verteilt. Die Dicke der Mulchschicht sollte (nach der Setzung) mindestens 5 cm, besser 8–10 cm betragen. Ist die Mulchschicht zu dünn, erzielt sie nicht den gewünschten Effekt, sondern beschleunigt das Keimen der Unkräuter sogar. Untersuchungen haben gezeigt, dass selbst eine Mulchabdeckung von 18 cm Stärke von den Stauden problemlos durchdrungen werden kann. Dicker sollte die Mulchabdeckung jedoch nicht sein, da sonst ein Überschüttungseffekt eintritt, den nur wenige Pflanzen vertragen. Regelmäßig muss die Mulchschicht nachgebessert werden, spätestens ab dem 3. Jahr. Staudenpflanzungen können gegen Ende des Winters mit einem Freischneider zurückgeschnitten werden und die so entstehenden Staudenhäcksel können als Mulchmaterial auf der Pflanzfläche verbleiben. Dies ersetzt das Aufbringen einer organischen Mulchschicht. Übrigens können Sie auch das Laub, das im Herbst auf Ihrem Rasen liegt, mit dem Rasenmäher zerkleinern und als Mulchschicht dort belassen.

Im Herbst können Sie das Laub auf dem Rasen z.B. mit dem Rasenmäher zerkleinern und dort als Mulchschicht lassen.

Welcher Mulch kommt wann zum Einsatz?

Weit verbreitet ist der Einsatz von Rindenmulch. Dieser besteht aus gehäckselter Baumrinde und fällt bei der Holzproduktion als Abfallprodukt an. Er eignet sich besonders für Schattenpflanzungen. Für schwachwüchsige, licht-und wärmehungrige Arten ist er jedoch nicht geeignet. Außerdem muss beachtet werden, dass die Zersetzung des Rindenmulchs dem Boden Stickstoff entzieht, den die Pflanzen eigentlich benötigen. Deshalb ist vor dem Mulchen mit Rindenmulch eine Langzeitdüngergabe mit Stickstoff empfehlenswert, zum Beispiel mit Hornspänen, die sich in ähnlichen Zeitraum zersetzen und so über lange Zeit Stickstoff an den Boden abgeben.

Weniger stickzoffzehrend ist eine Mulchschicht aus Rindenhumus, die bereits mit der Zersetzung begonnen hat. Rindenhumus ist in feineren Körnungen erhältlich als Rindenmulch und wird häufig mit Gartenerde vermischt. Hier entfallen also zusätzliche Langzeitdüngergaben. Mit Rindenhumus werden auch die Rosen im Italienischen Rosengarten und der Promenade der Wild-und Strauchrosen auf der Insel Mainau gemulcht.

Ein weiterer organischer Mulchstoff sind Staudenhäcksel. Sie entstehen beim Rückschnitt von Staudenflächen. Erfolgt dieser mit einem Freischneider, kann das Schnittgut direkt am Ort des Entstehens gleichmäßig verteilt werden. Falls Sie keinen Freischneider zur Hand haben, können Sie die Stauden selbstverständlich auch manuell zurückschneiden und händisch zerkleinern oder durch einen Häcksler geben, den es auch als Leihgerät gibt. Staudenhäcksel sind besonders nachhaltig, da Transport und Verpackung wegfallen und die Nährstoffe der Fläche zurückgeführt werden, der sie entstammen, also einen geschlossenen Kreislauf bilden. Diese Art des Mulchs kommt im Staudengarten der Insel Mainau zum Einsatz.

Aufgrund der Zersetzung müssen organische Mulchdecken häufiger nachgemulcht werden als mineralische.

Mineralische Mulchstoffe passen gut zu nährstoffarmen Pflanzgesellschaften und Pflanzen mit mediterranem Charakter. Durch die Verwendung einer mineralischen Mulchschicht entstehen keine ungeplanten Düngeeffekte. Beim Kauf von mineralischem Mulch, muss darauf geachtet werden, dass die Körnung nicht zu fein ist, bei gesiebten Produkten darf die Körnung keinen 0-Anteil enthalten, da sonst unerwünschte Verschlämmungseffekte entstehen. Bei Verwendung nicht regionaler Materialien fallen höhere Transportkosten an. Außerdem muss beachtet werden, dass auf humosen Böden schnell eine Durchmischung mit dem mineralischen Mulchmaterial durch Regenwürmer stattfindet. Um die unkrauthemmende Wirkung möglichst lange aufrecht zu erhalten müssen organische Einträge (z.B. Laub) von der Mulchschicht entfernt werden.

Mineralische Mulchdecken bei Pflanzflächen sind nicht zu verwechseln mit den Schottergärten, die derzeit überall aus dem Boden „sprießen“, wobei Sprießen das falsche Wort ist für eine derart leblose Gartengestaltung. Mulchabdeckungen bei Pflanzflächen sind Verdunstungsschutz und Verhindern das Keimen lichtkeimender Spontanvegetation. Schottergärten ohne Pflanzen, meist mit einer Folie im Untergrund, sind versiegelte Flächen, die die innerstädtischen Hitzeeffekte der Städte deutlich verstärken und eine Anreicherung des Grundwassers durch Versickern des Regenwassers verhindern.

Wann wird gemulcht?

Es kann sowohl vor als auch nach der Pflanzung gemulcht werden. Mulchen vor der Pflanzung ermöglicht leichteres und schnelleres Aufbringen von schweren, groben mineralischen Mulchstoffen und teilweise den Einsatz von Maschinen. Die Pflanzung durch eine Mulchabdeckung erfordert hohe Sorgfalt, um ein Austrocknen herausragender Topfballen zu vermeiden. Vor allem bei groben, gebrochenen Mulchmaterialien werden die Hände bei der Pflanzung stark beansprucht.

Das Mulchen nach der Pflanzung wird bei hoher Pflanzdichte und Einsatz von großen Mengen an Blumenzwiebeln empfohlen. Dies verhindert die Durchmischung mit dem Oberboden. Durch eine Abdeckung mit den umgedrehten Töpfen werden Pflanzen vor Überschüttung geschützt. Besonders bei wintergrünen und rosettenbildenden Stauden muss auf diesen Schutz geachtet werden. Ein möglicher Nachteil bei Pflanzarbeiten im Nachhinein ist, dass die Pflanzung und vor allem das Setzen von Blumenzwiebeln mit Mulchabdeckung zeitaufwändiger sind.

Wo wird gemulcht und wo nicht?
Mulchabdeckungen kommen vor allem zum Einsatz bei Staudenpflanzungen, Rosenpflanzungen und Rhododendren, können aber auch unter Hecken eingesetzt werden. Bei Pflanzflächen, die einem ständigen Wandel unterliegen (Nutzgarten, Pflanzung mit Einjährigen), ist eine Mulchabdeckung nicht zu empfehlen.

Was muss sonst noch beachtet werden?

Grundvoraussetzung ist immer ein wurzelunkrautfreier Boden. Wurzelunkräuter, wie beispielsweise Quecke (Elymus repens), werden weder durch organischen noch durch mineralischen Mulch erfolgreich unterdrückt. Je gröber das Mulchmaterial, desto effektiver ist die Unterdrückung des Unkrauts bei ausreichender Schichtdicke. Allerdings sind grobe Materialen weniger gut zu bearbeiten, wenn es beispielsweise darum geht, Laubeinträge oder ähnliches zu entfernen.

Schlagwörter: Mulchen, Mulch, Bodenbedeckung

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