Gärtnern im Einklang mit der Natur - Der Mondkalender

| Autor: Verena | Kategorie: Frühling  Sommer  Herbst  Winter 

„Sonne, Mond und Sterne“ - in den letzten Wochen und Monaten ging es bei uns auf der Insel Mainau im wahrsten Sinne des Wortes himmlisch zu. Der Titel des Jahresmottos 2019 war Programm: Die unendlichen Weiten der Orchideen-Gattung Oncidium mit ihren sternförmigen Blüten standen im Fokus der Orchideenschau, das Sonnenbeet in der Schlosswiese sorgte für gelb-orangene Glücksgefühle und auch jetzt spielt die Sonne in Form der Sonnenblume in unserer Herbstausstellung die Hauptrolle. Dass die Sonne essentiell wichtig für uns Menschen und die Natur ist, sollte jedem klar sein. Doch welchen Part nimmt eigentlich der Mond beim Gärtnern und in der Natur ein?

Naturnahes Gärtnern nach dem Mond: Viele Gärtner schwören darauf, dass ihre Pflanzen besser gedeihen, wenn sie sich bei ihrer Gartenarbeit an den Mondphasen orientieren und danach säen, pflegen, ernten.

Vorneweg sei gesagt, es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass der Mond einen Einfluss auf das Wachstum unserer Gartenpflanzen hat. Über die Jahrhunderte hinweg konnte beobachtet werden, dass die Pflanzen, die nach dem Mondkalender ausgesät werden, üppiger wachsen. Unabhängig davon orientieren sich nachtaktive Insekten und auch viele Tiere am Mondlicht, also warum soll der Mond nicht auch Einfluss haben auf unsere Pflanzenwelt?

Was ist ein Mondkalender?
Der Mondkalender orientiert sich an der Bewegung des Mondes, seiner unterschiedlichen Mondphasen und seiner Stellung innerhalb der Tierkreiszeichen. Jedem Tag im Mondkalender kommt somit eine andere Gartenaufgabe zu.

Der Mond benötigt etwas mehr als 27 Tage, bis er die Erde umrundet hat. Dabei zieht er an den 12 Tierkreiszeichen vorbei. Je nachdem, wie er gerade steht, begünstigt er die Blüten-, Frucht, Blatt- oder Wurzelbildung der Pflanzen.

Wann macht man was?
Unter dem Begriff Mondphase versteht man das Ab- und Zunehmen des Mondes, also der beständige Übergang von Neumond zu Vollmond. Nimmt der Mond zu, ist es angebracht, Pflanzen zu säen und zu setzen, die nach oben wachsen und oberirdisch Früchte tragen. Nimmt der Mond ab, sollten Wurzelgemüse und -kräuter eingepflanzt werden. Warum ist das so? Bei abnehmendem Mond ziehen sich die Pflanzensäfte in die Wurzeln zurück, bei zunehmendem Mond steigen diese Säfte wieder nach oben in die Stängel, Blätter und Blüten.

Blatt-, Frucht-, Wurzel- und Blütentage
Diese Reihenfolge gibt der Mondkalender im immer gleichen Wechsel vor, nur die Dauer der einzelnen Zeiten schwankt je nach Monat und Sternenkonstellation. Während man im Winter und im beginnenden Frühjahr wirklich von Tagen sprechen kann, gibt es in den Sommermonaten auch z.B. mal einen Blütentag, der nur von Mitternacht bis 14 Uhr dauert.

Der Name der einzelnen Tage gibt vor, was man säen, pflegen oder auch ernten soll. Die Blatttage stehen für alle Pflanzen bei denen ein üppiges Blattwerk erwünscht ist. Dazu zählen z.B. Salate und Kohlsorten, aber auch Lauch. Ihnen ist das Element Wasser zugeordnet und auch die entsprechenden Tierkreiszeichen Krebs, Skorpion und Fische. Steht der Mond bei Aussaat, Pflanzung und Pflege in diesen Wasserzeichen, fördert dies die Gesundheit, den Geschmack und das Wachstum der Blattpflanzen.

An Fruchttagen geht es um Erbsen, Tomaten , Paprika, Gurken sowie auch Obst- und Getreidesorten. Sie sind den Feuerelementen Löwe, Widder und Schütze zugeordnet. Was an diesen Tagen gepflanzt wird, hat gute Voraussetzungen für Frucht- und Samenbildung und ist reich an Inhaltsstoffen.

Bei zunehmenden Mond wird empfohlen, oberirdische Früchte bei Obst und Gemüse zu ernten.

Möhren, Sellerie, Radieschen und Kartoffeln sollten an Wurzeltagen gepflanzt werden. Verbunden mit den Erdzeichen Stier, Jungfrau und Steinbock steigen sowohl die Erträge, als auch die Haltbarkeit.

Die Luftzeichen Wassermann, Zwilling und Waage sind für die Blütenpracht verantwortlich. An Blütentagen sollte man sich deshalb um Stauden, Blütengehölze wie Rosen und Sommerblumen kümmern. Pflanzung und Pflege zur richtigen Zeit bringt eine üppige Blütenpracht hervor.

Weshalb gibt es verschiedene Mondkalender?
Sicherlich ist Ihnen schon aufgefallen, wenn Sie sich mit dem Thema Mondkalender auseinandersetzen, dass es unterschiedliche Daten und Zeitangaben gibt. Das liegt daran, dass sich manche Kalender nach dem siderischen Mondlauf richten. Dabei handelt es sich um die Umlaufzeit des Mondes um die Erde bezogen auf den Fixsternhimmel. Also, die Zeit, die der Mond benötigt, bis er wieder an der gleichen Stelle am Himmel ist. Das entspricht etwa einem Zeitraum von 27 Tagen, 7 Stunden und 43 Minuten. Wiederum andere Kalender orientieren sich am synodischen Mondlauf, der Zeit zwischen zwei Vollmonden. Das sind rund 29 Tage, 12 Stunden und 44 Minuten. Somit ist auch die Differenz von 2,2 Tagen erklärt, die man bei manchen Mondkalender-Darstellungen finden kann.

Unser Tipp
Probieren Sie es einfach mal aus! Im Internet gibt es verschiedene Garten-Plattformen, die Ihnen einen Mondkalender zum Download zur Verfügung stellen. Aber auch in Fachmagazinen finden Sie für gewöhnlich monatsweise einen Auszug aus dem Mondkalender abgedruckt.
Praktisch an der Gartenarbeit nach dem Mondkalender ist, dass man immer genau weiß, welche Tätigkeit man an welchem Tag ausführen sollte. Er gibt einem aber auch immer wieder arbeitsfreie Tage vor, an denen man einfach die Blüten-, Blätter- und Früchtepracht im Garten bewundern und in Ruhe genießen kann.

Schlagwörter: Mondkalender, Aussaat, Gartenwissen, Gärtnern nach dem Mond

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