Ersatzpflanzen für den geplagten Buchs

| Autor: Andrea | Kategorie: Frühling  Sommer  Herbst  Winter 

Der über Jahrhunderte hinweg verwendete Buchs (Buxus sempervirens oder B. microphyllus) verschönerte sowohl herrschaftliche Schlossanlagen als auch Kloster- und Bauerngärten. Auch im modernen Hausgarten war der universell einsetzbare Buchs sehr beliebt. Seit Einschleppung des Buchsbaumzünslers und der Pilzerkrankung (Cylindrocladium) ist der Buchsbaum sehr in Mitleidenschaft gezogen worden und verschwindet zusehends aus den Gärten. Doch welche Ersatzpflanzen gibt es?

Universaltalent Buchs
Der immergrüne Buchs (Buxus sempervirens und B. microphylla) hat eine lange Tradition als Gartenpflanze. Erst beliebt als Einfassung von Beeten in Gärten des Adels seit dem 16. Jahrhundert und davon abgeleitet später in Bauerngärten verwendet, bilden heute vor allem Buchskugeln in allen Größen in vielen Gärten Ruhepunkte für das Auge. Der regelrechte Buchs-Boom der letzten Jahre liegt an der Kombination seiner guten Eigenschaften: keine andere Pflanze mit ähnlichem Wuchs ist dabei so anpassungsfähig und hat sich an so vielen verschiedenen Standorten bewährt. Ob schattig-frisch, sonnig-heiß, ob arme trockene oder nährstoffreiche Böden, ein Buchs machte bisher sehr viel mit.

Die Blumenuhr nach Linné auf der Insel Mainau ist umrahmt von Taxus 'Renke´s Kleiner Grüner'.

Geschädigter Buchs
Seit 2007 befindet sich der Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis) auf dem Vormarsch in Deutschland. Es handelt sich dabei um einen nachtaktiven Schmetterling, der seine Eier an Buchsbaumblättern ablegt und dessen Raupen den Buchsbaum von innen nach außen kahl fressen. Zudem schädigt eine Pilzerkrankung seit 2004 den Buchsbaum in Deutschland, das sogenannte Buchsbaumtriebsterben (Cylindrocladium buxicola). Dieser Pilz breitet sich bei Blättern, die über fünf bis sieben Stunden feucht sind und bei einem Temperaturoptimum von 25 °C aus. Zuerst treten braun-orange Blattflecken, später ein weißer Pilzrasen auf der Blattunterseite auf. Befallene Triebe weisen zusätzlich schwarze, längliche Streifen auf der Rinde auf. Im Zuge kommt es zu einem massiven Blattfall und zum Absterben ganzer Buchsbaumtriebe bis hin zum Absterben der gesamten Pflanze. Derzeit erhältliche Pilzbekämpfungs­mittel (Fungizide) können nur vorbeugend gegen Cylindrocladium eingesetzt werden und müssen dann regelmäßig angewendet werden. Bei einem bestehenden Befall wirken sie nicht heilend. Zudem befinden sich in der obersten Erdschicht Dauersporen des Pilzes, die eine Neuinfektion von Buchspflanzen auch nach Jahren noch möglich machen.

 

Buchsersatz im Garten
Es ist verständlich, dass viele Gartenbesitzer sich aufgrund der oben geschilderten Problematik von ihren Buchspflanzungen trennen. Doch welche Pflanzen kommen als Buchsersatz in Frage? Im Folgenden werden Alternativen vorgestellt, bei deren Auswahl Standort und Gestaltungswunsch zu berücksichtigen sind.

Laubgehölze:

  • Die kleinblättrige Japanische Stechpalme - Ilex crenata wird derzeit häufig als Alternative in verschiedenen Sorten angeboten. Optisch dem Buchs sehr ähnlich, eignet sich er sich aber nur für frische, lockere und kalkfreie Böden und eher für mildere Gebiete.

  • Anspruchsloser und günstiger als Ilex und ähnlich feinblättrig wie Buchs ist auch Lonicera nitida, die Glänzende Heckenkirsche. Sie hat einen starken und lockeren Wuchs und muss daher häufiger geschnitten werden als Buchs. In manchen Wintern friert sie zurück.

  • Die kleine Form der Buchsblättrigen Berberitze - Berberis buxifolia 'Nana' ist frosthart und kalkverträglich, sehr kompakt und robust, aber bestachelt.

  • Nur für milde Gebiete wie z.B. am Bodensee kommt der ansonsten anpassungsfähige, und sehr buchsähnliche, Kleinblättrige Japanische Spindelstrauch - Euonymus japonicus 'Microphyllus' in Frage. Einen Versuch wert sind hier auch kompakte Strauchveronika-Sorten wie Hebe 'Green Globe' für kleine Kugeln.

  • Für etwas größere Kugel-Formen und ähnliches von 0,5 -1 m Höhe eignen sich vor allem in milderen Gebieten die noch wenig bekannte Duftblüte Osmanthus x burkwoodii und der Lorbeer-Schneeball Viburnum tinus. Härter und auch geeignet sind kompakte Formen des Kirschlorbeers wie Prunus laurocerasus 'Piranha'.

  • Einen robusten und preislich günstigen Ersatz stellt auch eine kompaktwüchsige Form vom Liguster dar (Ligustrum vulgare 'Lodense'), der allerdings im Winter die Blätter verliert.

  • Bloombux® wird vielfach als Buchskugelersatz beworben. Es handelt sich dabei um einen kleinblättrigen Zwergrhododendron ( micranthum 'Microhirs3'), der bis zu 70 cm hoch werden kann, gut schnittverträglich und winterhart ist. Aufgrund einer kalktoleranten Unterlage kommt er auf allen lockeren und durchlässigen Böden zurecht und bringt zudem im Juni zartrosa Blütenstände hervor. Zur Einfassung von Beeten eignet sich 'Nugget by Bloombux®'

Koniferen:

  • Auch bei den immergrünen Koniferen gibt es einige sehr gute Ersatzsorten. Frosthart, kalkverträglich, dunkel- und immergrün und sehr kompaktwüchsig sind Zwergsorten der Eiben wie Taxus cuspidata 'Lescow‘' mit denen auch niedrige Einfassungen gestaltet werden können.

  • Eher für Kugelformen eignen sich kompakte Scheinzypressen wie z.B. Chamaecyparis 'Ellwood’s Gold' oder 'Green Globe' wie auch die Lebensbaum-Sorte Thuja occidentalis 'Danica'.

Stauden und Halbsträucher:

Für sehr kleine Hecken und Einfassungen eignen sich übrigens auch einige Küchenkräuter wie Lavendel, Thymian (am besten: Thymus vulgaris 'Compactus'), Heilgenkraut (Santolina), Ysop (Hyssopus)und Bohnenkraut (Satureja montana). Ähnlich im Wuchs ist der immergrüne Gamander (Teucrium x lucidrys). Sie alle blühen auch attraktiv, wenn man sie erst später schneidet.  Aufgrund der Blüten und wegen der unterschiedlichen Laubfarben werden sie in England gerne für die sogenannten Knotengärten verwendet.

Schlagwörter: Buchsbaum, Einfassungen, Hecken, Sträucher, Ziergarten, Buchsbaumzünsler

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