Immergrüne Staudenpracht

| Autor: Katharina | Kategorie: Frühling  Sommer  Herbst  Winter 

Jetzt im Herbst, wo viele Pflanzen ihr Laubkleid erst farbenprächtig einfärben, bevor sie es abwerfen, hat man oft das Gefühl, die Pflanzenwelt verabschiedet sich nun in den Winterschlaf. Doch nicht alle Pflanzen verlieren ihr Laub. Es gibt eine Vielzahl an Stauden und Gehölzen, die immergrün sind und damit auch im Winter für ein Lebenszeichen im Garten sorgen. In diesem Beitrag widmen wir uns den immergrünen Stauden. Sie sind so zahlreich, dass es für jede Gartensituation die richtige gibt. Welche sich für schattige, halbschattige und sonnige Standorte geeignet sind, erfahren Sie hier.

Immergrüne Stauden für den Schatten und Halbschatten:

Die Palette immergrüner Stauden für schattige Bereiche ist immens. Durch Strukturen und Blattzeichnungen kann man so auch dunkle Bereiche des Gartens optisch aufhellen – auch über das gesamte Jahr.

Kleines und Großes Immergrün (Vinca minor und V. major)
Hier ist der Name Programm: Das Kleine sowie das Große Immergrün sind heimische Wildstauden, die dichte Teppiche bilden und wenig Pflege bedürfen. Im Frühjahr zieren blaue oder weiße Blüten (sortenabhängig) die rankenden Triebe, die beim Kleinen Immergrün eine Wuchshöhe von 10 bis 15 cm und beim Großen Immergrün 30 bis 40 cm erreichen. Die Pflanzen kommen gut mit Wurzeldruck zurecht und können bis an den Stamm der beschattenden Bäumen gepflanzt werden. Störende Triebe oder unschönes Laub können einfach zurückgeschnitten werden. Sie fühlen sich in schattigen und halbschattigen Lagen auf frischem und durchlässigen Boden wohl.

Christrosen (Helleborus spec.)
Auch unter den Christrosen gibt es immergrüne Vertreter, die mit ihrem Laub in schattigen und halbschattigen Bereichen wichtige Strukturbildner sind. Vor allem ist hier die Stinkende Nieswurz oder auch Palmblatt-Christrose zu nennen (H. foetidus). Sie blüht bereits im Vorfrühling (Februar bis März) in zahlreichen hellgrünen Blüten mit rotem Rand, die einen schönen Kontrast zum dunkelgrünen, glänzenden Laub bilden, das fächerartig geformt ist. Besonders wohl fühlt sich die insektenfreundliche Staude an trockenen, lehmig-steinigen, halbschattigen oder absonnigen Standorten. Vertreterinnen der Arten H. niger und H. orientalis sind ebenfalls immergrün. Allerdings sollten ihre alten Blätter vor der Blüte entfernt werden, um Blattkrankheiten vorzubeugen.

Helleborus foetidus

Golderdbeere (Waldsteinia geoides)
Das Laub dieser Staude erinnert optisch an das Laub von Erdbeeren. Dadurch und durch die goldgelben Blüten, die von April bis Juni erscheinen, kam die Pflanze zu ihrem Namen. Die Pflanzen wachsen horstig und erreichen eine Wuchshöhe von 20 bis 30 cm. An zusagenden Standorten, also auf trockenem bis frischem, gut durchlässigem Boden im Schatten oder Halbschatten, ist keine Pflege notwendig.

Waldsteinia geoides

Lilientraube (Liriope muscari)
Diese horstig wachsenden Stauden schmücken von August bis Oktober traubenförmige violette Blüten, die sich dann zu schwarzen Beeren entwickeln. Die ursprünglich aus Asien stammende Pflanze fühlt sich auch bei uns wohl, sollte aber vor zu starker Sonneneinstrahlung und Kahlfrösten geschützt werden. Ansonsten sind die Ansprüche der Pflanze ein halbschattiger bis schattiger, frischer Standort auf gut durchlässigem Boden. Dort erreicht die Pflanze Wuchshöhen von bis zu 50 cm. Schmales Laub und schwarze, kugelige Früchte bilden einen attraktiven Zierwert.

Wenn es um immergrüne Stauden für (halb-)schattige Bereiche geht, sind Europäische Haselwurz (Asarum europaeum), Taubnesseln (Lamium spec.), Sorten der Elfenblume (Epimedium x versicolor 'Sulphureum' oder E. x perralchium 'Frohnleiten'), Dickmännchen (Pachysandra terminalis) und Mandelblättrige Wolfsmilch (Euphorbia amygdaloides) ebenfalls zu empfehlen.

Liriope

Wenn es um immergrüne Stauden für (halb-)schattige Bereiche geht, sind Europäische Haselwurz (Asarum europaeum), Taubnesseln (Lamium spec.), Sorten der Elfenblume (Epimedium x versicolor 'Sulphureum' oder E. x perralchium 'Frohnleiten'), Dickmännchen (Pachysandra terminalis) und Mandelblättrige Wolfsmilch (Euphorbia amygdaloides) ebenfalls zu empfehlen.

Weitere immergrüne Pflanzen für schattige Standorte finden sich auch in der Gruppe der Farne. Beispielsweise sind hier der Hirschzungenfarn (Asplenium scolopendrium) Weicher Schildfarn (Polystichum setiferum) oder der Tüpfelfarn (Polypodium vulgare). Außerdem sorgen Gräser für einen immergrünen Akzent im Kübel oder schattigen Beet. Vor allem die Gräser der Gattungen Carex (Seggen) und Luzula (Marbeln) sind beliebt und anspruchslos.

Immergrüne Stauden für sonnige Standorte:

Doch nicht nur im Schatten überzeugen immergrüne Stauden. Auch für sonnige Standorte gibt es eine Vielzahl davon.

Fädige Palmlilie (Yucca filamentosa)
Diese exotische Schönheit besticht von Juli bis August mit ihrem kandelaberartigen Blütenstand. Aber auch im Winter ist der blaugrüne Blattschopf ein Hingucker im Garten, vor allem in großflächigen, steppenartigen Pflanzungen. Besonders wohl fühlt sie sich an sonnigen Standorten mit trockenem, durchlässigem Boden. Sie sät sich nicht aus und wird deshalb nicht lästig, kann aber durch Teilen oder Rhizomstecklinge vermehrt werden.

Walzen-Wolfsmilch (Euphorbia myrsinites)
Diese geometrische Schönheit in Blaugrün ziert Mauerkronen und trockene, sonnige Standorte. Der Boden sollte durchlässig und kalkhaltig sein. Im Mai und Juni kommen außerdem gelbgrüne Blüten an den Triebspitzen hinzu, welche gerne von Insekten beflogen werden. Die Art benötigt keinen Rückschnitt. Braun gewordene Triebe können im Frühjahr entfernt werden. Die häufig niederliegenden Walzen erreichen eine Höhe von bis zu 25 cm.

Walzen-Wolfsmilch (Eurphorbia myrsinites)

Thymian (Thymus spec.)
Grüne, duftende Teppiche, herrliche Blüten, eine Vielzahl von Insekten und dann noch immergrün? Diese Eigenschaften vereinen viele der verschiedenen Thymian-Arten. Zusätzlich brauchen sie kaum Pflege, wenn sie sich an einem Standort etabliert haben. Dies geschieht besonders an sonnigen, trockenen und durchlässigen Standorten. Je nach Art und Sorte blüht der aromatische Bodendecker in Weiß, Rosa und Pink. Außerdem eignet sich diese Pflanzen besonders gut, um die Fugen von Trittplatten zu begrünen.

Thymian

Sonnenröschen (Helianthemum i.S.)
Weitere immergrüner Bodendecker sind die Sorten des Sonnenröschens. Sie blühen, je nach Sorte, in Gelb, Weiß, Orange oder Rot und fühlen sich an sonnigen, trockenen bis frischen Standorten mit durchlässigem Boden sehr wohl. Das Sonnenröschen erreicht eine Höhe von bis zu 20 cm und bildet dichte Teppiche.

Sonnenröschen (Helianthemum)

Auch für sonnige Standorte gibt es noch viele weitere immergrüne Pflanzen. Erwähnen sollte man hier die Vertreter der sukkulenten Gattung Sempervivum (Hauswurz), sowie einige Arten und Sorten der Gattungen Sedum (Fetthennen), Bergenia (Bergenie) oder Acaena (Stachelnüsschen). Und natürlich nicht zu vergessen sind immergrüne Gräser, die auch im Winter Struktur in den Garten bringen, beispielsweise die Schwingel (Festuca spec.) oder Blaustrahlhafer (Helictotrichon sempervirens).

Tipp vom Mainau-Gärtner
Wussten Sie, dass die Insel Mainau auch im Winter geöffnet hat? Spazieren Sie doch einmal über die winterliche Blumeninsel und entdecken Sie die Vielfalt immergrüner Pflanzen, die an verschiedenen Stellen im Park zu finden sind.

Schlagwörter: immergrüne Stauden, Schatten, Sonne, Standort

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