Teekräuter

| Autor: Verena | Kategorie: Herbst  Winter 

Wohltuend, warm und aromatisch: In der kalten Jahreszeit lieben wir frisch aufgebrühten Tee. Dafür eignen sich nicht nur getrocknete Kräuter, sondern auch frisch geerntete Teekräuter aus dem eigenen Garten oder vom Balkon. Aus Blättern, Blüten, Früchten oder Wurzeln lassen sich einfach leckere Tees zubereiten. Wir haben für Sie eine kleine Auswahl an Gartenpflanzen zusammengestellt, die sich wunderbar für einen hausgemachten Tee eignen.

Willkommener Wärmespender im Herbst: Eine gemütliche Tasse Tee, die vitalisierend, entspannend oder beruhigend wirkt.

Kräuter werden seit Jahrhunderten als heilende Teepflanzen geschätzt. Aus ihren Blättern, Blüten, Früchten oder auch Wurzeln werden gerne leckere Tees zubereitet. Am besten erntet man kurz vor oder während der Blüte, in den frühen Morgenstunden an einem sonnigen Tag, da dann das Aroma besonders intensiv und qualitativ gut ist. An regnerischen, nassen Tagen sollten Sie die Schere im Haus lassen und Ihre Kräuter nicht ernten, da die Feuchtigkeit die Qualität des Aromas vermindert.

1. Pfefferminze (Mentha)
Der Teeklassiker liebt einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Der Boden sollte humos und durchlässig sein. Ausreichend mit Wasser versorgt, gedeiht der Lippenblütler ganz her-vorragend. Besonders intensiv ist das Aroma der Marokkanischen Minze (Mentha spicata var. crispa). Wer es etwas exotischer liebt, dem empfehlen wir u.a. die Erdbeerminze (Mentha species 'Erdbeere') oder Ananasminze (Mentha suaveolens 'Variegata'). Die Staudengärtnerei Gaißmayer hat in der Zwischenzeit über 50 Minze-Sorten aus aller Welt zusammengetragen.

Ob aufgebrüht mit heißem Wasser oder als Kaltauszug: Pfefferminztee ist erfrischend und mit oder ohne Zucker purer Genuss.

2. Zitronenmelisse (Melissa officinalis)
Die Zitronenmelisse ist ebenfalls Mitglied der Lippenblütler-Familie und stammt ursprünglich aus dem südlichen Europa. Ein Tee aus Zitronenmelisse wirkt beruhigend und lindert Verdauungsbeschwerden. Die Pflanze ist eine beliebte Bienenweide und bevorzugt einen warmen, kalkreichen Boden. Daheim im Topf, freut sich Zitronenmelisse über einen sonnigen Standort. Sie sollte erst dann gegossen werden, wenn die Topferde schon leicht angetrocknet ist. Im Freiland zieht sie im Winter automatisch ein, kultiviert im Topf ganz sie bei guter Pflege durchgängig geerntet werden. Gießen Sie die Zitronenmelisse regelmäßig.

Zitronenmelisse (Melissa officinalis) ist als Futterpflanzen bei Bienen sehr beliebt, wir lieben die Heilpflanze für ihr frisches Aroma.

3. Zitronenverbene (Aloysia citriodora)
Tee aus der Zitronenverbene wirkt beruhigend und ausgleichend. Ihr Laub duftet stark nach Zitrone. Die südamerikanische Pflanze liebt einen durchlässigen und nährstoffreichen Boden und einen vollsonnigen Standort. Hauptsächlich wird die Vertreterin der Eisenkrautgewächse im südlichen Europa (Frankreich und Spanien) angepflanzt, da in Deutschland eine wirt-schaftliche Kultivierung aufgrund der niedrigen Frosttoleranz der Pflanze nicht möglich ist. Als Kübelpflanze gehalten, kann sie an einem hellen Standort, bei 2 bis 10 Grad Celsius auch in unseren Breiten erfolgreich überwintert werden. Im Garten oder auf dem Balkon bevorzugt sie einen sonnigen Standort, der Boden sollte durchlässig und nährstoffarm sein. Die Blätter der Zitronenverbene können ganzjährig geerntet und in Form von Tee oder sogar als Gewürz angewendet werden.

Zitronenverbene (Aloysia citriodora) gehört zu den Eisenkrautgewächsen und ist bei uns auch unter dem Namen Zitronenduftstrauch bekannt. Bildnachweis: shutterstock.com/Elvira Koneva

4. Ringelblume (Calendula officinalis)
Die einjährige Sommerblume wirkt zubereitet als Tee gegen eine Vielzahl an Beschwerden. Äußerlich angewendet wirkt die Heilpflanze gegen Hautreizungen, Ekzeme oder Entzündun-gen. Von Mai bis in den Herbst hinein blüht die Korbblütlerin im Garten. Die anspruchslose Ringelblume gedeiht hervorragend auf Lehmböden und ist leicht zu kultivieren. Ausgesät wird die Ringelblume im April, sie blüht von Juni bis zum ersten Frost. Solange sie genügend Sonnenschein abbekommt, lässt sich die Ringelblume auch ohne Probleme im Balkonkasten kultivieren. Calendula bildet Pfahlwurzeln aus, deshalb sollten Sie darauf achten, dass das Pflanzgefäß ausreichend tief ist. Die regelmäßigen Gaben von Wasser helfen dabei, dass sich die Pflanze gut entwickelt. Calendula ist anfällig für Mehltau. Geerntet werden die Blüten-kopfe, kurz nachdem sie sich frisch geöffnet haben. Bewahren Sie getrocknete Ringelblu-menblüten in einem dunklen Gefäß auf.

Die Blüten der Ringelblume strahlen in leuchtendem Orange und öffnen sich mit Sonnenaufgang.

5. Brennnessel (Urtica)
Im Garten gilt die Brennnessel häufig als Unkraut, sie ist jedoch beliebte Futterpflanze bei Schmetterlingen und zubereitet als Tee wirkt die Brennnessel gesundheitsfördernd. Sie bevorzugt nährstoffreiche Böden und muss sehr gut bewässert werden. Die Brennnessel ist vielfältig verwendbar: Egal ob getrocknet, gekocht oder gewässert, nach der Verarbeitung verliert sie ihre Brennkraft und kann bedenkenlos verzehrt werden. Geerntet werden kann die Brennnessel im Zeitraum zwischen Mai und September. Dabei eignen sich die jungen Blätter am besten. Achten Sie dabei unbedingt darauf Handschuhe zu tragen, so vermeiden Sie Hautreaktionen auf die Kieselsäure, die sich in den Spitzen der Härchen befindet.

Gesund genießen: Brennnessel-Tee lässt sich einfach herstellen. Frisch gesammeltes Brennnessel-Kraut wird mit kochendem Wasser übergossen. Lassen Sie den Sud ein paar Minuten ziehen und seihen Sie die Blätter dann ab.

6. Salbei (Salvia officinalis)
Salbei gilt in der Küche als Alleskönner. Das Allzweckmittel gegen Halsschmerzen und Heiserkeit liebt einen durchlässigen und trockenen Boden. Verschiedene Sorten werden in Gärtnereien angeboten. Sie können aber auch aus Stecklingen gezogen werden. Im Topf gepflanzt, gedeiht junger Salbei an einem sonnigen Standort auf dem Balkon oder im Fenster prächtig. Salbei sollte regelmäßig gegossen, jedoch Staunässe vermieden werden. Der Boden sollte nährstoffarm und kalkhaltig sein.

Ein leichter bitterer Geschmack zeichnet Salbei-Tee aus. Die ätherischen Öle des Salbeis sind in den länglichen, grünlich-grauen Blättern enthalten.

7. Johanniskraut (Hypericum perforatum)
Das Echte Johanniskraut wurde in diesem Jahr zur Heilpflanze des Jahres 2019 ausgezeichnet. Die ausdauernde, sommergrüne Staude liebt einen sonnigen Standort sowie magere Bö-den. Ein Tee aus Johanniskraut wirkt ausgleichend und entspannend.

Tee aus Johanniskraut soll beruhigend wirken.

Tipp von der Blog-Redaktion:
Geerntet werden Teekräuter, wenn sich die gewünschten Pflanzenteile voll entwickelt haben. Kräuter im Topf sollten regelmäßig von März bis September gedüngt werden. Ausgepflanzt im Garten sind Kräuter sehr genügsam, sie können dann im Frühjahr mit einem organischen Dünger versorgt werden.
Wenn Sie diese geerntet und/oder getrocknet haben, können Sie Ihren Kräutertee ebenfalls mit natürlichen, süßen Kräutern abschmecken: Anis-Ysop (Agastache foeniculum), Gewürz-fenchel (Foenicum vulgare) oder Aztekisches Süßkraut (Lippia dulcis). Dieser Kräuterexot enthält einen natürlichen Süßstoff, der süßer als Zucker ist. Die Blüten des Eisenkrautgewächses duften angenehm nach Honig.

Schlagwörter: Tee, Kräuter, Winterzeit, Heilpflanzen

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