Immergrüne Sträucher für den Garten

| Autor: Katharina | Kategorie: Herbst  Winter 

Sie symbolisieren ewige Jugend oder ewiges Leben und sind deshalb häufig in Vorgärten, Gärten und Parks zu finden: Immergrüne Gehölze. Welche Anpassungs-Strategie hinter dem immergrünen Laub steckt, welche Gehölze am besten in Ihren Garten passen und wie sie möglichst lange Freude daran haben, erfahren Sie hier im Blogbeitrag.

Immergrüne Pflanzen tragen nicht nur zu Zierzwecken ihr Laub- oder Nadelkleid. Vielmehr ist es eine Anpassung an den natürlichen Standort, um beispielsweise besonders nährstoffarme Standorte dauerhaft besiedeln zu können oder, wenn es keine Gründe gibt, das Laub abzuwerfen, um die maximale Photosyntheseleistung zu erreichen. Gründe, das Laubkleid zu verlieren sind zum Beispiel Frost oder Trockenheit. Dies geht jedoch immer mit einem Nährstoffverlust einher, der in kargen Regionen nur schwer wieder aufzuholen ist. Neben dem Baum des Jahres und den immergrünen Stauden, die wir Ihnen bereits vorgestellt haben, gibt es eine Vielzahl an immergrünen Laubgehölzen, die bei Gartenbesitzern sehr beliebt sind.

Kamelienblüte

Japanische Kamelien (Camellia japonica)
Die Kamelie, die auch als Rose des Winters bekannt ist, kommt ursprünglich in Japan und Korea vor. In unseren Gärten entwickeln sie sich zu mittelhohen (3 bis 4 m), dicht verzweigten Sträuchern. Die immergrünen Blätter sind wechselständig angeordnet und wirken durch die oberseitige glänzend dunkelgrüne Färbung und die ledrige Gestalt sehr edel. Je nach Sorte schmücken weiße, rosafarbene oder tiefrote Blüten, gefüllt oder ungefüllt, von Ende Februar bis Mai den Strauch. Das Gehölz sollte halbschattig stehen und vor starker Märzsonne beispielsweise mit Schattiergewebe geschützt werden. Kamelien bevorzugen einen durchlässigen, sandig-humosen Boden mit niedrigem pH-Wert (4.5-6) und sind frostempfindlich, deshalb empfiehlt sich ein Winterschutz des Wurzelbereichs mit Laub oder mit einer Strohmatte, die um die Pflanze gebunden wird. Besonders frostharte Sorten sind 'Cornish Snow', 'Grand Prix' oder 'Flame', die in gut sortierten Baumschulen erhältlich sind.

Krähenbeere

Krähenbeere (Empetrum nigrum)
Dieser dicht kissenförmige wachsende Zwergstrauch kommt als Bodendecker auf sauren nährstoffarmen Standorten der Nordhalbkugel vor. Am wohlsten fühlt sich die Krähenbeere dort auf durchlässigen Sand- und Torfböden. Die immergrünen Blätter sind fast nadelartig geformt und erinnern an Heidegewächse zum Beispiel Heidekraut (Calluna vulgaris). Im Mai erscheint die unscheinbare Blüte in Blassrot-Purpur. Die Pflanzen sind zweihäusig, das heißt, es gibt weibliche und männliche Exemplare. Die weiblichen entwickeln glänzend schwarze, erbsengroße Früchte mit süßsauer-bitterem Geschmack, die im Nordosten Europas roh gegessen oder zu Gelee verarbeitet werden. Um ein zu starkes Verholzen zu verhindern, empfiehlt es sich, einmal jährlich im Frühjahr, die Triebspitzen einzukürzen.

 

Immergrüne Magnolie im Italienischen Rosengarten der Insel Mainau

Immergrüne Magnolie (Magnolia grandiflora)
Von April bis Juni zieren die bis zu 25 cm großen, weißen Blüten die Immergrüne Magnolie, beispielsweise im Italienischen Rosengarten der Insel Mainau, und verströmen einen angenehmen Duft. Das immergrüne Laub wird auch etwa 20 cm groß, ist ledrig dunkelgrün und unterseits dichtfilzig braun behaart. Die aus Nordamerika stammenden Magnolien sind frostempfindlich, deshalb sollten sie nur in wintermilden Gegenden ausgepflanzt werden. In kühleren Regionen empfiehlt sich die Kultur im Kübel, sodass die Magnolie frostfrei (hell und kühl) überwintert werden kann. Magnolien bevorzugen einen gemäßigte, ausreichend feuchte Standorte An natürlichen Standorten erreicht das Gehölz Höhen von bis zu 20 m. Aufgrund dieser Größe eignet sich die Magnolie eher für große Gärten, da ein Rückschnitt ihre Vitalität einschränkt.

Frühjahrsblüte

Burkwoods Frühjahrsblüte (Osmanthus x burkwoodii)
Dieses Gehölz macht seinem Namen alle Ehre. Die zahlreichen weißen Blüten verströmen im April und Mai einen intensiven Duft. Optisch erinnern die Blüten an die des Flieders (Syringa vulgaris), sind jedoch deutlich kleiner. Olfaktorisch stehen die Blüten der Duftblüte denen des Flieders jedoch in nichts nach. Die Duftblüte wächst dichtbuschig zu einem Strauch von etwa 3 m Höhe und 2 m Breite. Das Gehölz sollte nicht zu dicht zu anderen gepflanzt werden, um so seine volle Wirkung entfalten zu können. Besonders wohl fühlt es sich auf einem halbschattigen und geschützten Standort und dankt regelmäßige Wassergaben – auch im Winter. Das glänzend dunkelgrüne, immergrüne Laub bildet einen ansprechenden Beethintergrund oder ergänzt sich als Duftwunder gut in Gehölzgruppen und eignet sich ideal für die Pflanzung im Vorgarten, wo sein Duft durch häufiges Vorbeigehen besonders zur Geltung kommt.

Lavendelheide

Japanische Lavendelheide (Pieris japonica)
Dieser eher kleine Vertreter der immergrünen Gehölze stellt die anderen mit seiner extremen Schattenverträglichkeit in den Schatten. Aber auch an absonnigen Standorten mit durchlässigem Boden und saurem pH-Wert fühlt sich das Heidekrautgewächs wohl. Die immergrünen Blätter sind wechselständig und an den Triebspitzen quirlständig angeordnet. Von März bis Mai zieren zahlreiche weiße Blütenrispen das Gehölz, das außerdem sehr frosthart ist. Das Gehölz erreicht maximal eine Wuchshöhe von 3 m. Im Alter wird die Rinde rötlich und löst sich in Streifen ab. Sorten wie 'Forrest Flame' oder 'Mountain Fire' überzeugen außerdem durch einen farbigen Austrieb in Bronze oder Kardinalrot. Beispielsweise können kleinwüchsige Sorten der Lavendelheide zur Unterpflanzung von Rhododendren verwendet werden.

Feuerdorn

Feuerdorn (Pyracantha coccinea)
Dieses immergrüne Gehölz aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae) ist ein wahrer Alleskönner. Im Mai und Juni zieren zahlreiche cremeweiße Schirmrispen das Gehölz und locken damit viele Insekten an. Die Früchte entwickeln sich zu zierendem Fruchtschmuck. Je nach Sorte werden es gelbe ('Soleil d’Or'), orangefarbene ('Orange Glow') oder rote ('Red Column') Beeren, die sehr beliebt bei Vögeln sind. Die bis zu 5 cm langen Dornen machen das Gehölz außerdem zu einem wertvollen Vogelnistgehölz. Das kleine immergrüne Laub ist wechselständig angeordnet, eiförmig bis lanzettlich und glänzend grün. Feuerdorn lässt sich zur geschnittenen Hecke formen und verzeiht aufgrund des hohen Ausschlagsvermögen auch den Schnitt mit der elektrischen Heckenschere. Das Gehölz ist sehr standorttolerant, fühlt sich in der Sonne sowie im Halbschatten wohl, ist trockenheitsverträglich und frosttolerant. Ohne Schnitt entwickelt sich das Gehölz zu einem 4 m hohen Strauch und lässt sich auch an einem Rankgerüst ziehen.

Mittelmeer-Schneeball im Dahliengarten der Insel Mainau

Mittelmeer-Schneeball (Viburnum tinus)
Dieser mittelhohe Strauch aus Südeuropa bevorzugt sonnige bis halbschattige Standorte mit mäßig trockenem bis frischem Substrat, gilt grundsätzlich als standorttolerant, ist jedoch nur im milden Weinbauklima frostfest. Das Gehölz ist gut schnittverträglich und ausschlagsfreudig, sodass es sich auch im Kübel kultivieren lässt und dann schon ab November mit Blütenpracht erfreut. Ausgepflanzt blüht der Mittelmeer-Schneeball weiß bis rosa ab März. Die Blüten verströmen einen angenehmen Duft. Neben dem Mittelmeer-Schneeball gibt es noch weitere immergrüne Schneeball-Arten, zum Beispiel V. davidii, der kissenartig wächst, V. rhytidophyllum, der etwa 5 m hoch wird, oder V. x pragense, der ausgezeichnet winterhart ist.

In diesem Artikel stellen wir Ihnen eine kleine Auswahl immergrüner Gehölze vor. Nennenswert sind auch:

  • Efeu (Hedera helix)
  • Lorbeer-Kirsche (Prunus laurocerasus)
  • Glanzmispel (Photinia x fraseri)
  • Kriechspindel (Euonymus fortunei)
  • Skimme (Skimmia japonica)

Schlagwörter: Gehölze, Sträucher, Gartengestaltung

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