Einfach dufte - Sternstunden mit nachtblühenden Pflanzen

| Autor: Verena | Kategorie: Sommer 

Leider können wir nachts die Farben der Blüten – es sei denn, sie sind sehr hell – kaum noch wahrnehmen. Zum Glück gibt es viele Pflanzen, die besonders nachts duften. Sie locken damit nicht nur Falter und Motten an, sondern auch uns. Die Blütezeit vieler Nachtdufter fällt genau in die Zeit der lauen, windstillen Sommernächte. Mit welchen duften Exemplaren Sie Ihren Garten nach Feierabend genießen, entspannen und sich umschmeicheln lassen können, verraten wir Ihnen in diesem Beitrag.

Bildnachweis: shutterstock.com / Ricardo Reitmeyer

Pflanzen, deren Blätter und Blüten selbständig einen Duft ausströmen, bezeichnet man als Duftpflanze. Im Gegensatz dazu, werden Pflanzen, deren Duft erst nach dem Brechen oder Zerkleinern von Blättern und Zweigen wahrnehmbar ist, als Aromagewächse bezeichnet. Nachtblüher, also Pflanzen die ihre Schönheit erst in den Abend- und Nachtstunden entfalten, findet man bei Stauden, Einjährigen, Gehölzen und besonders häufig auch bei den tropischen Pflanzen. Sie locken auf diese Weise nachtaktive Falter und Motten zum Bestäuben an. Ihnen gemeinsam ist auch die helle, meist weiße Blütenfarbe. Dunkle Blüten werden von der Nacht verschluckt und spielen für die Bestäubung durch Nachtfalter keine Rolle. Nachtblühende Pflanzen sind aber auch für viele Fledermausarten lohnenswert, da die angelockten Nachtfalter auf dem Speiseplan der dämmerungsaktiven Flattertiere stehen. 

Die Nachtviolen (Hesperis matronalis) verströmen in den Abendstunden einen Duft, der an Veilchen erinnert.

Die Nachtviole (Hesperis matronalis) gehört zu den allerersten nachtduftenden Pflanzen im Frühjahr. Sie hat einen betörenden Duft und eine lange Blütezeit. Nicht zu vergessen sind auch die Mondviole (Lunaria rediviva) und ihre kurzlebige „Schwester“ (Lunaria annua) .

Wer es würzig-scharf mag, der wird den Duft von Levkojen (Matthiola incana) lieben. Der traditionellen Bauerngartenpflanze sagt man einen sehr intensiven Wohlgeruch nach. Das verwandte Gemshorn (Matthiola bicornis) besitzt eine harmonische Komposition von Vanille-, Zimt- und Nelkenaromen.

Außergewöhnliche Dufteigenschaften besitzen außerdem einige Taglilien. Hemerocallis citrina und H. lilioasphodelus blühen und duften ab den Abendstunden über die Nacht und dann noch am nächsten Tag, wobei ihr Duftschwerpunkt in der Nacht liegt.

Die Blüten der Duftenden Nachtkerze (Oenothera odorata) öffnen sich in Zeitlupe: Je weniger Licht, desto mehr öffnen sich die Blüten der nordamerikanischen Wildstaude.

Auch der nächtliche Duft einiger Nachtkerzen, z.B. Oenothera odorata oder O. macrocarpa ist sehr reizvoll. Das Öffnen der Blüten ist wie im Zeitraffer zu beobachten.

Nachtblühende Schönheit: Die Wunderblume (Mirabilis jalapa) öffnet sich erst am Abend und duftet verführerisch. Genauso wundervoll ist die Tatsache, dass die Wunderblume an ein und derselben Pflanze verschiedenfarbig blühen kann.

Die zauberhafte Wunderblume (Mirabilis jalapa) ist eine tropische Staude, die kurz vor Sonnenuntergang mehrfarbig erblüht. Sie verströmt einen kräftigen Duft, der sich aber erst eine bis zwei Stunden nach dem Erblühen bemerkbar macht: stark blumig, fruchtig und frisch. Sie bildet dicke Rüben, die man nach dem ersten Frost ausgräbt und wie Dahlienknollen überwintert.

Der südafrikanische, einjährige Sternbalsam (Zaluszianskya capensis) verströmt einen betörenden, marzipan-ähnlichen Duft. Seine rötlichen Knospen öffnen sich nachts zu weißen, sternförmigen Blüten.

Tipp von der Blogredaktion:
Probieren Sie es aus! Täglich hat die Insel Mainau bis zum Sonnenuntergang geöffnet. Nehmen Sie sich die Zeit, spazieren Sie durch unsere Gärten und atmen Sie tief den Duft der Nachtblüher ein.

Schlagwörter: Nachtblüher, Duftgarten, dämmerungsaktive Pflanzen, Nachtkerze, Mondwinde, Nachtviole

Unspektakuläre Blüten, die einen intensiven Duft in den Abendstunden verströmen: Das einjährige Gemshorn (Matthiola bicornis) ist sehr beliebt bei Nachtfaltern. Bildnachweis: shutterstock.com / Kateryna Pavliuk

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